Mütterzentrum Fulda - ein Beispiel für Frauen- und Familienpolitik in Fulda, Doris Rapp Mai 2010
Station 1: 1987 Gründung und Magdeburger Strasse
Der Verein Bildungs- und Begegnungsstätte Mütterzentrum e.V. wurde im Oktober 1987 gegründet.
Bereits im Januar 1988 bezog der Verein die rund 100 qm großen Räumlichkeiten in der Magdeburger Strasse mit Cafè, Spielzimmer, Küche und Büro.
Ziel der Vereins war es, die Isolation von Müttern, die mit der Mutterschaft einhergeht - meist Ausstieg aus dem Berufsleben und damit aus dem öffentlichen Leben- aufzuheben.
Dies sollte mit der Errichtung einer Kommunikationsstätte in Form eines Frauencafès, politischen und kulturellen Veranstaltungen und frauenspezifischen Bildungsangeboten umgesetzt werden. Weitere Ziele waren:
Gerade in der Anfangszeit waren die MÜTZE-Frauen auch nach Aussen sehr aktiv und nahmen z. B. in Leserbriefen, auch durch eine Demonstration zum Mahngeläut Stellung. Laut Aussagen teilnehmender Frauen wurden sie bei der Demo mit Tomaten und Eier beworfen. Mitorganisiert wurden eine Schweigedemonstration zum Thema Kindergartenplätze und auch zum Golfkrieg wurde öffentlich Stellung genommen.
Die MÜTZE-Frauen hatten im katholischen konservativen Fulda schnell den negativen Ruf der aufmüpfigen Emanzen. Selbst heute machen wir immer wieder die Erfahrung mit diesem Vorurteil, in dem Menschen feststellen, dass wir so ganz anders sind, als man sich uns vorgestellt hat.
Ebenso ein großes Vorurteil, dass es in der MÜTZE nur Alleinerziehende gibt. Sicherlich gab und gibt es Alleinerziehende, die ihr Netzwerk mit Hilfe der MÜTZE aufbauen. Aber der überwiegende Teil der Nutzerinnen lebt in herkömmlichen Familienverhältnissen. Ziel war und ist immer, wenn möglich, den Erhalt von Ehe und Partnerschaften zu fördern.
Die MÜTZE wuchs weiter, so dass die Räumlichkeiten in der Magdeburger Strasse zu klein wurden.
Bereits im Januar 1988 bezog der Verein die rund 100 qm großen Räumlichkeiten in der Magdeburger Strasse mit Cafè, Spielzimmer, Küche und Büro.
Ziel der Vereins war es, die Isolation von Müttern, die mit der Mutterschaft einhergeht - meist Ausstieg aus dem Berufsleben und damit aus dem öffentlichen Leben- aufzuheben.
Dies sollte mit der Errichtung einer Kommunikationsstätte in Form eines Frauencafès, politischen und kulturellen Veranstaltungen und frauenspezifischen Bildungsangeboten umgesetzt werden. Weitere Ziele waren:
- soziale Anerkennung der Mutterschaft
- Aufbau von unterstützenden Netzwerken
- Stärkung des Selbstwertes und Selbstbewusstseins durch Austausch, Fortbildungsangebote, Mitbestimmungsmöglichkeiten
- Angebot von offener Kinderbetreuung auch für Kinder unter 3 Jahre
Gerade in der Anfangszeit waren die MÜTZE-Frauen auch nach Aussen sehr aktiv und nahmen z. B. in Leserbriefen, auch durch eine Demonstration zum Mahngeläut Stellung. Laut Aussagen teilnehmender Frauen wurden sie bei der Demo mit Tomaten und Eier beworfen. Mitorganisiert wurden eine Schweigedemonstration zum Thema Kindergartenplätze und auch zum Golfkrieg wurde öffentlich Stellung genommen.
Die MÜTZE-Frauen hatten im katholischen konservativen Fulda schnell den negativen Ruf der aufmüpfigen Emanzen. Selbst heute machen wir immer wieder die Erfahrung mit diesem Vorurteil, in dem Menschen feststellen, dass wir so ganz anders sind, als man sich uns vorgestellt hat.
Ebenso ein großes Vorurteil, dass es in der MÜTZE nur Alleinerziehende gibt. Sicherlich gab und gibt es Alleinerziehende, die ihr Netzwerk mit Hilfe der MÜTZE aufbauen. Aber der überwiegende Teil der Nutzerinnen lebt in herkömmlichen Familienverhältnissen. Ziel war und ist immer, wenn möglich, den Erhalt von Ehe und Partnerschaften zu fördern.
Die MÜTZE wuchs weiter, so dass die Räumlichkeiten in der Magdeburger Strasse zu klein wurden.
Station 2: 1996 Neuenberger Strasse
Im Herbst 1996 folgte dann der Umzug in die Neuenberger Strasse mit 140 qm und rund 80 Mitglieder.
Nach Aussen wurde es ruhiger und der Verein konzentrierte sich eher auf die Vereinsarbeit und die Weiterentwicklung und Umsetzung ihrer Zielsetzung:
Inzwischen gibt es seit kurzem eine zweite Vätergruppe.
Im März 2003 zog Die MÜTZE wieder um. Gründe war die wachsende Mitgliederzahl, aber auch extreme Schwierigkeiten mit den Nachbarn. Diese Schwierigkeiten gingen mit Beschwerden wegen Ruhestörung, zugeklebten Türschlössern und Farbbeuteln an der Hauswand einher.
Nach Aussen wurde es ruhiger und der Verein konzentrierte sich eher auf die Vereinsarbeit und die Weiterentwicklung und Umsetzung ihrer Zielsetzung:
- Auflösung von Isolation
- Stärkung des Selbstwertes von Frauen und Erziehenden
- (berufliche) Fortbildung von Frauen (PC-Kurse)
- Unterstützung von Familien (1999 Einführung des Mini-Kindergartens, ausserhalb der Kinderkrippe 1. Einrichtung in Fulda)
Inzwischen gibt es seit kurzem eine zweite Vätergruppe.
Im März 2003 zog Die MÜTZE wieder um. Gründe war die wachsende Mitgliederzahl, aber auch extreme Schwierigkeiten mit den Nachbarn. Diese Schwierigkeiten gingen mit Beschwerden wegen Ruhestörung, zugeklebten Türschlössern und Farbbeuteln an der Hauswand einher.
Station 3: seit 2003 Gallasiniring
Seit März 2003 sind wir hier im Gallasiniring mit rund 500 qm und 190 Mitgliederfamilien.
2004 wurde das ursprüngliche Logo leicht verändert. Das Frauenzeichen wurde entfernt. Die Rabenmutter blieb aber weiter erhalten.
Im September 2005 wurde unsere Kinderkrippe, Die Marienkäfer, gegründet, um Frauen zu unterstützen, Beruf und Familie besser in Einklang zu bringen. Diese Gruppe entstand aufgrund des Bedarfes von MÜTZE-Nutzerinnen.
Ausserdem wurde das Bildungsangebot erweitert und dies nicht nur beruflich sondern auch im Bereich Persönlichkeitsentwicklung und Familienbildung.
Ebenfalls unterstützen wir insbesondere Frauen, sich in das Kursangebot einzubringen und selbst Angebote zu machen. Dies ermöglicht vielfältige Erfahrungen und hat bereits in mehreren Fällen zur Selbstständigkeit oder beruflichen Umorientierung und Wiedereinstieg geführt.
2007 entwickelten wir ein neues Logo und einen Slogan, um auch nach Aussen der gesellschaftlichen Entwicklung gerecht zu werden. In der täglichen Arbeit haben wir die Erfahrung gemacht, dass gerade jüngere Frauen sich nicht mehr mit dem Frauenzeichen und der Rabenmutter identifizieren können.
Der Slogan „Die MÜTZE lebt Familie“ zeigt, was wir möchten: Familie ist kein Ausflaufmodell, sondern die Zukunft. Dort wo unterschiedliche Generationen zusammenleben, wird Familie gelebt. Unabhängig davon, wie die unterschiedlichen Familienkonstellationen aussehen.
Dabei ist es uns wichtig, herauszustellen, dass wenn es den Müttern, die in der Regel die meiste Familienarbeit leisten, gut geht, es auch den Kindern gut geht.
Wir sind also nicht, wie viele meinen, vordergründig für die Kinder da. Sondern wir sind davon überzeugt, dass man dafür sorgen muss, dass es den Kindern gut geht, damit die Mütter sich erlauben, für sich selbst gut zu sorgen.
Geht es Mutter, Vater, der Paarbeziehung gut, geht es auch den Kindern gut.
Bundesweit werden wir politisch durch den Bundesverband der Mütterzentren vertreten. Hier sind rund 400 Mütterzentren, davon sind 29 Mehrgenerationenhäuser, bundesweit organisiert.
Hessenweit waren wir durch das Mütterbüro Langen vertreten. Dieses wurde jedoch leider 2004 aufgrund der Kommunalisierung geschlossen.
2004 wurde das ursprüngliche Logo leicht verändert. Das Frauenzeichen wurde entfernt. Die Rabenmutter blieb aber weiter erhalten.
Im September 2005 wurde unsere Kinderkrippe, Die Marienkäfer, gegründet, um Frauen zu unterstützen, Beruf und Familie besser in Einklang zu bringen. Diese Gruppe entstand aufgrund des Bedarfes von MÜTZE-Nutzerinnen.
Ausserdem wurde das Bildungsangebot erweitert und dies nicht nur beruflich sondern auch im Bereich Persönlichkeitsentwicklung und Familienbildung.
Ebenfalls unterstützen wir insbesondere Frauen, sich in das Kursangebot einzubringen und selbst Angebote zu machen. Dies ermöglicht vielfältige Erfahrungen und hat bereits in mehreren Fällen zur Selbstständigkeit oder beruflichen Umorientierung und Wiedereinstieg geführt.
2007 entwickelten wir ein neues Logo und einen Slogan, um auch nach Aussen der gesellschaftlichen Entwicklung gerecht zu werden. In der täglichen Arbeit haben wir die Erfahrung gemacht, dass gerade jüngere Frauen sich nicht mehr mit dem Frauenzeichen und der Rabenmutter identifizieren können.
Der Slogan „Die MÜTZE lebt Familie“ zeigt, was wir möchten: Familie ist kein Ausflaufmodell, sondern die Zukunft. Dort wo unterschiedliche Generationen zusammenleben, wird Familie gelebt. Unabhängig davon, wie die unterschiedlichen Familienkonstellationen aussehen.
Dabei ist es uns wichtig, herauszustellen, dass wenn es den Müttern, die in der Regel die meiste Familienarbeit leisten, gut geht, es auch den Kindern gut geht.
Wir sind also nicht, wie viele meinen, vordergründig für die Kinder da. Sondern wir sind davon überzeugt, dass man dafür sorgen muss, dass es den Kindern gut geht, damit die Mütter sich erlauben, für sich selbst gut zu sorgen.
Geht es Mutter, Vater, der Paarbeziehung gut, geht es auch den Kindern gut.
Bundesweit werden wir politisch durch den Bundesverband der Mütterzentren vertreten. Hier sind rund 400 Mütterzentren, davon sind 29 Mehrgenerationenhäuser, bundesweit organisiert.
Hessenweit waren wir durch das Mütterbüro Langen vertreten. Dieses wurde jedoch leider 2004 aufgrund der Kommunalisierung geschlossen.
DIE MÜTZE ist aktiv in verschiedenen Gremien und Arbeitsgruppen Fuldas
In Fulda sind wir frauen- und familienpolitisch aber auch im Bereich Integration in verschiedenen Gremien und Arbeitsgruppen vertreten.
z. B.:
Momentan ist ein Wandel in der Ehrenamtlichkeit festzustellen. Nachdem tendenziell die Frauen mit der Geburt eines Kindes nur kurzfristig aus dem Berufsleben aussteigen (können/ wollen), bleibt immer weniger Zeit sich aktiv ehrenamtlich zu engagieren. Ausserdem stellen wir eine immer stärker werdende Konsummentalität fest.
Finanziell geraten wir immer mehr an unserer Grenzen. Wir bekommen zwar Zuschüsse von Land, Kreis und der Stadt Fulda. Aber es ist kaum möglich den Restposten aus Eigenmitteln wie Mitgliederbeiträge, Teilnehmerbeiträge und Spenden zu bestreiten. Denn während die Zuschüsse über Jahre hinweg gleichgeblieben sind, sind unsere Kosten gestiegen. (Miete, Energie, Lebensmittel, mehr Nutzerinnen usw.) Dieses Jahr mussten wir den Mitgliedsbeitrag erhöhen.
Dass wir dennoch auf dem richtigen Weg sind, zeigen auch die Auszeichnungen und Preise, die wir in den letzten Jahren gewonnen haben. Hierzu zählen eine Ehrenurkunde „Ein Schild für die Familie“ und 2 zweite Plätze beim Praktissimawettbewerb des Bundesverbandes der Mütterzentren (Mütterzentren als soziale Unternehmen, Öffentlichkeitsarbeit). Unsere ehemalige Bundesfamilienministerin (jetzt Bundesarbeitsministerin) Frau von der Leyen ist eine Ehrenpraktissima.
z. B.:
- AG Mädchenarbeit Fulda
- Frauenpolitik- und Kulturtage
- Begleitausschuss Stärken vor Ort
- AK Ostend und Ziehers Süd
- EVA Erziehung von Anfang an ...
Momentan ist ein Wandel in der Ehrenamtlichkeit festzustellen. Nachdem tendenziell die Frauen mit der Geburt eines Kindes nur kurzfristig aus dem Berufsleben aussteigen (können/ wollen), bleibt immer weniger Zeit sich aktiv ehrenamtlich zu engagieren. Ausserdem stellen wir eine immer stärker werdende Konsummentalität fest.
Finanziell geraten wir immer mehr an unserer Grenzen. Wir bekommen zwar Zuschüsse von Land, Kreis und der Stadt Fulda. Aber es ist kaum möglich den Restposten aus Eigenmitteln wie Mitgliederbeiträge, Teilnehmerbeiträge und Spenden zu bestreiten. Denn während die Zuschüsse über Jahre hinweg gleichgeblieben sind, sind unsere Kosten gestiegen. (Miete, Energie, Lebensmittel, mehr Nutzerinnen usw.) Dieses Jahr mussten wir den Mitgliedsbeitrag erhöhen.
Dass wir dennoch auf dem richtigen Weg sind, zeigen auch die Auszeichnungen und Preise, die wir in den letzten Jahren gewonnen haben. Hierzu zählen eine Ehrenurkunde „Ein Schild für die Familie“ und 2 zweite Plätze beim Praktissimawettbewerb des Bundesverbandes der Mütterzentren (Mütterzentren als soziale Unternehmen, Öffentlichkeitsarbeit). Unsere ehemalige Bundesfamilienministerin (jetzt Bundesarbeitsministerin) Frau von der Leyen ist eine Ehrenpraktissima.
DIE MÜTZE bietet Familienbildung auf Augenhöhe
In den offenen Gruppen findet man Unterstützung in der Aufgabe die Kinder mit Liebe, Werten und Verständnis großzuziehen. Hier findet Familienbildung auf niedrigschwelliger Basis auf Augenhöhe statt.
Wir bieten Raum und Platz sich über alltägliche aber auch berufliche oder politische Dinge auszutauschen.
Oder mit den Worten von Hildegard Schooß (Gründerin des Mütterzentrums bzw. Mehrgenerationenhaus Salzgitter)
„Mütterzentrums-Frauen wollen einen selbstbestimmten Raum schaffen, wo sie sich einen Alltag organisieren, in dem sie ihren eigenen Rhythmus entwickeln und Arbeit mit Leben so verbinden können, dass sie weder unter der Isolation in der Kleinfamilie leiden noch sich mit der Vielfachbelastung von Berufs- und Familienarbeit überfordern müssen. Darüber hinaus wollen sie das Lebens und Lernfeld Familie und Haushalt, Gemeinwesen und Alltagspolitik sichtbar werden lassen und eine öffentliche Anerkennung dafür erreichen“
(S. 232, Hildegard Schooß (1996), Mütterzentren als Antwort auf Überprofessionalisierung im sozialen Bereich. In: E. Teufel (Hg.): Was hält die moderne Gesellschaft zusammen? Frankfurt: Suhrkamp, S. 232 - 246
Wir bieten Raum und Platz sich über alltägliche aber auch berufliche oder politische Dinge auszutauschen.
Oder mit den Worten von Hildegard Schooß (Gründerin des Mütterzentrums bzw. Mehrgenerationenhaus Salzgitter)
„Mütterzentrums-Frauen wollen einen selbstbestimmten Raum schaffen, wo sie sich einen Alltag organisieren, in dem sie ihren eigenen Rhythmus entwickeln und Arbeit mit Leben so verbinden können, dass sie weder unter der Isolation in der Kleinfamilie leiden noch sich mit der Vielfachbelastung von Berufs- und Familienarbeit überfordern müssen. Darüber hinaus wollen sie das Lebens und Lernfeld Familie und Haushalt, Gemeinwesen und Alltagspolitik sichtbar werden lassen und eine öffentliche Anerkennung dafür erreichen“
(S. 232, Hildegard Schooß (1996), Mütterzentren als Antwort auf Überprofessionalisierung im sozialen Bereich. In: E. Teufel (Hg.): Was hält die moderne Gesellschaft zusammen? Frankfurt: Suhrkamp, S. 232 - 246
Die Mütze in aktuellen Zahlen
Zahlen aus unserer ganz aktuellen Arbeit:
2009 gab es
190 Mitgliedsfamilien
45 ehrenamtliche Aktive und Honorarkräfte
3 Teilzeitbeschäftigte
6 geringfügig Beschäftigte
482 Offene Treffs
3119 Erwachsene 5300 Kinder
1284 Kinder wurden in offener Kinderbetreuung betreut
60% Mitglieder 34% Nichtmitglieder, Prozentsatz der Mitglieder hat sich erhöht
43% BesucherInnen Stadt Fulda
51% Landkreis Trend mehr Landkreis seit einiger Zeit
Positiv zu werten ist, das immer mehr Familien aus unserem Stadtteil kommen.
2009 gab es
190 Mitgliedsfamilien
45 ehrenamtliche Aktive und Honorarkräfte
3 Teilzeitbeschäftigte
6 geringfügig Beschäftigte
482 Offene Treffs
3119 Erwachsene 5300 Kinder
1284 Kinder wurden in offener Kinderbetreuung betreut
60% Mitglieder 34% Nichtmitglieder, Prozentsatz der Mitglieder hat sich erhöht
43% BesucherInnen Stadt Fulda
51% Landkreis Trend mehr Landkreis seit einiger Zeit
Positiv zu werten ist, das immer mehr Familien aus unserem Stadtteil kommen.
fehlende Anerkennung durch Unterschätzung DER MÜTZE
Wir kämpfen schon von Anfang an damit, dass unsere Arbeit nicht so gesehen wird, wie sie wirklich ist. Für Aussenstehende ist unsere Arbeit oft auch tatsächlich schwierig nachzuvollziehen. Dies macht sich auch in der Spendenbereitschaft bemerkbar. Wir werden oft nicht als bedürftig oder als unterstützenswert angesehen.
Auf den ersten Blick ist das gemeinsame Treffen mit den Kindern in den Offenen Treffs und Gruppen, das gemeinsame Kaffee trinken, der alltägliche Austausch der Mütter und Familien etwas Selbstverständliches und Alltägliches. Auf den zweiten Blick sind wir in einer immer mehr individualisierenden Gesellschaft um so wichtiger. In einer Zeit, in der verwandtschaftliche unterstützende Netzwerke immer mehr verkümmern, ist es um so wichtiger, niedrigschwellige familienunterstützende Netzwerke aufzubauen, um somit stabile Familienverhältnisse zu erhalten. Dies ist ein positiver Ressourcenansatz und erzeugt sozialen Mehrwert.
Das Konzept der Mütterzentren mit ihren offenen Gruppen ist ein familienpolitisch zukunftsträchtiges Modell. Dies zeigt sich darin, dass die Mehrgenerationenhäuser das niedrigschwellige Konzept der offen Gruppen und die Offenheit gegenüber aller Nationen, Alter, Religionen übernommen haben. Die Mehrgenerationenhäuser sind auch auf der Expo in Shanghai vertreten.
Auf den ersten Blick ist das gemeinsame Treffen mit den Kindern in den Offenen Treffs und Gruppen, das gemeinsame Kaffee trinken, der alltägliche Austausch der Mütter und Familien etwas Selbstverständliches und Alltägliches. Auf den zweiten Blick sind wir in einer immer mehr individualisierenden Gesellschaft um so wichtiger. In einer Zeit, in der verwandtschaftliche unterstützende Netzwerke immer mehr verkümmern, ist es um so wichtiger, niedrigschwellige familienunterstützende Netzwerke aufzubauen, um somit stabile Familienverhältnisse zu erhalten. Dies ist ein positiver Ressourcenansatz und erzeugt sozialen Mehrwert.
Das Konzept der Mütterzentren mit ihren offenen Gruppen ist ein familienpolitisch zukunftsträchtiges Modell. Dies zeigt sich darin, dass die Mehrgenerationenhäuser das niedrigschwellige Konzept der offen Gruppen und die Offenheit gegenüber aller Nationen, Alter, Religionen übernommen haben. Die Mehrgenerationenhäuser sind auch auf der Expo in Shanghai vertreten.
Mehr als ein Angebot - die Methode „Offener Treff“
Die offenen Gruppen sind das Herzstück der MÜTZE. Sie bieten Raum für Begegnung und sind die zentrale Anlaufstelle. Die Gruppen sind niedrigschwellig und nicht verpflichtend.
Hier werden Netzwerke geknüpft. Es wird sich ausgetauscht. Hier findet Prävention und Familienbildung statt.
Die Familienbildung im Offenen Treff unterscheidet sich vom Kurs- und Vortragssystem massgeblich:
Die Auswertung der von uns durchgeführten Umfrage zum Thema „Erwartungen und Ansprüche an Mütter“ zeigt, dass niedrigschwellige Familienangebote notwendiger denn je sind. Und zwar niedrigschwellig für alle Familie und nicht nur für die mit bereits vorhandenen großen Problemen.
Im Vergleich zu vor 17 Jahren sind zwar scheinbar kaum Veränderungen. Schaut man genauer hin, hat sich einiges massgeblich verändert:
Anstelle von verwandtschaftlicher Unterstützung steht immer mehr die so genannte Fremdbetreuung.
Die Erwartungen und Ansprüche an Mütter sind erheblich gestiegen. Dies bereitet gerade „normalen“, bildungsnahen Familien mit und ohne Migrationshintergrund Schwierigkeiten.
Dies beginnt bereits mit pränatalen Diagnostik. Man wird von Anfang an mit Ratgebern und Erwartungen (z. B. stillen, co-sleeping) überschüttet, wie man als Mutter/ Eltern zu sein hat. Das Kursangebot zur Frühforderung/-erziehung in den verschiedensten Bereichen ist unübersichtlich groß. Gesellschaftlich ist weder die berufstätige Mutter noch die zu hause bleibende Mutter anerkannt. Ebenso wenig funktionieren Modelle, Väter mehr in die Elternzeit einzubeziehen. Von mangelnden und unflexiblen Kinderbetreuungsmöglichkeiten (auch für Schulkinder) ganz zu schweigen. Es fehlt an erfahrenen Vorbildern und gesellschaftliche Voraussetzungen.
Prävention und Familienbildung findet fast ausschliesslich im vorgeburtlichen Bereich und Kleinkinderbereich statt. Die Erfahrung, die wir jedoch machen, ist, dass Familienkrisen noch einmal ganz stark aufkommen, wenn die Kinder 5/6 Jahre alt sind. Dem wird von offizieller Seite keine Rechnung getragen.
Hier werden Netzwerke geknüpft. Es wird sich ausgetauscht. Hier findet Prävention und Familienbildung statt.
Die Familienbildung im Offenen Treff unterscheidet sich vom Kurs- und Vortragssystem massgeblich:
- Funktion eines Marktplatzes - unbürokratisch und regulierend
- Prinzip der Laienberatung
- nachhaltiges, erfahrungsorientiertes Lernen
- Normalisierung der Erwartungen und Ansprüche
- Bildung ist durch informelles Lernen eingebunden in das praktische Tun und dadurch besonders nachhaltig
- Kultur des Aufwachsens
- Empowerment - Eltern haben immer Kompetenzen und Stärken. Diese sollen bewusst und gefördert werden
Die Auswertung der von uns durchgeführten Umfrage zum Thema „Erwartungen und Ansprüche an Mütter“ zeigt, dass niedrigschwellige Familienangebote notwendiger denn je sind. Und zwar niedrigschwellig für alle Familie und nicht nur für die mit bereits vorhandenen großen Problemen.
Im Vergleich zu vor 17 Jahren sind zwar scheinbar kaum Veränderungen. Schaut man genauer hin, hat sich einiges massgeblich verändert:
Anstelle von verwandtschaftlicher Unterstützung steht immer mehr die so genannte Fremdbetreuung.
Die Erwartungen und Ansprüche an Mütter sind erheblich gestiegen. Dies bereitet gerade „normalen“, bildungsnahen Familien mit und ohne Migrationshintergrund Schwierigkeiten.
Dies beginnt bereits mit pränatalen Diagnostik. Man wird von Anfang an mit Ratgebern und Erwartungen (z. B. stillen, co-sleeping) überschüttet, wie man als Mutter/ Eltern zu sein hat. Das Kursangebot zur Frühforderung/-erziehung in den verschiedensten Bereichen ist unübersichtlich groß. Gesellschaftlich ist weder die berufstätige Mutter noch die zu hause bleibende Mutter anerkannt. Ebenso wenig funktionieren Modelle, Väter mehr in die Elternzeit einzubeziehen. Von mangelnden und unflexiblen Kinderbetreuungsmöglichkeiten (auch für Schulkinder) ganz zu schweigen. Es fehlt an erfahrenen Vorbildern und gesellschaftliche Voraussetzungen.
Prävention und Familienbildung findet fast ausschliesslich im vorgeburtlichen Bereich und Kleinkinderbereich statt. Die Erfahrung, die wir jedoch machen, ist, dass Familienkrisen noch einmal ganz stark aufkommen, wenn die Kinder 5/6 Jahre alt sind. Dem wird von offizieller Seite keine Rechnung getragen.
Ehrenamtskoordination und sozialpädagogische Begleitung im Offenen Treff
Wir sehen einen immer größer werdenden Bedarf an Unterstützung und präventiver Arbeit, den unsere ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und die Nutzerinnen nicht leisten können.
So haben wir ganz aktuell das Projekt „Ehrenamtskoordination und sozialpädagogische Begleitung im Offenen Treff“ aus der Wiege gehoben.
Ziele sind u.a.:
Die Unterstützung der MÜTZE ist eine ganzheitliche vor allem nachhaltige Frauen- und Familienpolitik, die die individuellen Bedürfnisse der Frauen und Familien berücksichtigt.
So haben wir ganz aktuell das Projekt „Ehrenamtskoordination und sozialpädagogische Begleitung im Offenen Treff“ aus der Wiege gehoben.
Ziele sind u.a.:
- Gruppenschulung für ehrenamtliche LeiterInnen der Offenen Gruppen
- Fachliche Unterstützung der GruppenleiterIn; Praxisanleitung; Stärkung der Position der Gruppenleiterin;
- Entlastung der ehrenamtlichen KursleiterInnen; Stärkung der Selbstreflektion; Weiterentwicklung von Soft Skills
- Bei Bedarf ist eine sozialpädagogische Beratung der NutzerInnen im Gruppensetting aber auch im Einzelsetting möglich.
Die Unterstützung der MÜTZE ist eine ganzheitliche vor allem nachhaltige Frauen- und Familienpolitik, die die individuellen Bedürfnisse der Frauen und Familien berücksichtigt.